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Kinder und Jugendliche im Stadtarchiv

Historische Stadtrechtsurkunde entziffert 

Seit wann gibt es Stadtarchive? Welche Unterlagen lagern im Stadtarchiv Lemgo? Wie ist das Stadtarchiv zu benutzen und welche Informationen lassen sich finden? Welchen Umfang hat die historische Überlieferung, wie viele Regalmeter sind gefällt? Diese und weitere Fragen beantwortete Lemgos Stadtarchivarin Dr. Anikó Szabó, als am 25. Juli 2008 Kinder und Jugendliche das Suesterhaus im Rahmen der Ferienspiele besuchten.

Frau Szabó legte ihnen eine Kopie der Stadtrechtsurkunde von 1245 vor, deren Schrift sie zu entziffern versuchten. Wenngleich die Kinder und Jugendliche dann mit Hilfe einer Abschrift der in Latein gehalten Quelle und einer deutschen Übersetzung nun die Rechte nachlesen konnten, welche die Stadt Lemgo gegenüber dem Landesherren besaß, so blieb doch für sie die in den Sätzen formulierte Wirklichkeit schwer nachvollziehbar.

Auch die Fotoausstellung über Schulen machte den Kindern und Jugendlichen deutlich, wie sehr sich die Lebenswirklichkeit von Schülern schon vor hundert und noch vor fünfzig Jahren gegenüber heute unterschied. Die Lehrer waren als ernste Männer mit gewaltigen Bärten auf den Fotos abgebildet, die Schüler in Schuluniformen. Besonders waren den jungen Besuchern des Stadtarchivs Strafen der damaligen Lehrer wie "Backpfeifen", "Stockhiebe" und "Stockschläge" für "vorlautes Schwatzen", "Opposition gegen die Schulordnung", "Verächtlichmachung von Lehrpersonen", "Werfen mit Papierballen" schwer vorstellbar. Die heutigen "Strafarbeiten" wurden als deutlich weniger demütigend eingestuft.

Danach besuchten die Kinder und Jugendliche das Magazin, wo in den Rollregalen die Bestände untergebracht sind. Dokumente lagern dort einzeln verpackt in Kartons und nur durch vorherige Durchsicht von Findbüchern lässt sich die einzelne Akte mit ihrer Signatur ermitteln. Zu bestaunen war auch der umfangreiche Bestand der Amtsbücher aus dem Mittelalter und Frühen Neuzeit. Diese beeindruckenden Archivalien führten zu der Frage, ob im Archiv auch Bücher mit Holzdeckeln und Buchschließen vorhanden sind, bei denen der Begriff "ein Buch aufschlagen" noch Bedeutung im eigentlichen Sinn hat. Am Bestand der Gymnasialbibliothek, der bis ins 15. Jahrhundert zurückgeht, wurde dieses Phänomen besichtigt. Die einzelnen Bände beeindruckten zusätzlich durch Größe und Umfang sowie aufwändige Verzierungen und Bebilderungen.

Abschließend begutachteten die jungen Besucher die Stadtrechtsurkunde im Original und hörten die Geschichte ihrer Überlieferung: Der Lehrer Dr. August Schacht erfuhr durch Zufall von einem Schüler von der Urkunde. Dessen Onkel war Altwarenhändler, der um 1860 den Auftrag von der Stadt erhalten hatte, Unterlagen aus dem Spielturm der Nikolaikirche fortzuschaffen und zu verwerten. Darunter befand sich auch die für die Stadt so bedeutsame Urkunde von 1245. Schacht konnte die Urkunde wie auch andere bedeutsame Dokumente für die Stadtgeschichte vor der Vernichtung retten und begann nebenamtlich das Stadtarchiv aufzubauen.

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