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Haus- und Baugeschichte

Literatur

Informationen zu den Lemgoer Häusern und Grundstücken kann man häufig bereits der Literatur entnehmen.

Maßgeblich ist immer noch Otto Gaul / Ulf-Dietrich Korn, Stadt Lemgo (= Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 49. Bd. / Teil I), Münster 1983. In diesem umfangreichen Werk werden die wesentlichen Bauwerke Lemgos (vor allem in der eigentlichen Kernstadt) in Bild und Text vorgestellt mit Schwerpunkt auf der Bau- und Stilgeschichte. Die betreffenden Häuser können Sie nach Straßen und Hausnummern geordnet ermitteln.

Daneben gibt es die Veröffentlichung von Fred Kaspar, Bauen und Wohnen in einer alten Hansestadt (= Schriften der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, Bd. 28), Münster 1985. Das Werk teilt sich in einen Gesamtüberblick zur Baugeschichte Lemgos nach Baustruktur und Nutzung und einem Dokumentationsteil zu einzelnen privaten Profanbauten, auch hier wieder nach Straßen und Hausnummern geordnet.

Kaspar nutzte auch zahlreiche Hausinventare vom 16. bis zum 19. Jhd. aus Prozessakten des Stadtarchivs und des Landesarchivs in Detmold, die Aufschluss über den inneren Aufbau eines Hauses und seiner Ausstattung geben. Diese Inventare entstammen Nachlassakten, Konkursverfahren und Vormundschaftssachen im Stadtarchiv Lemgo.

Zu einzelnen Häusern und zahlreichen Gastwirtschaften sind in der Reihe Lemgoer Hefte einige Aufsätze von Fritz Waldeyer erschienen, die auch eine Fülle von Informationen enthalten können.

Im Nachlass Waldeyer im Stadtarchiv (StaL NL 54) befindet sich die vollständige Typoskript-Sammlung mit den einzelnen Häuserchroniken, erschlossen nach den heutigen Hausnummern und nach den Bauerschaftsnummern.

Speziell für die Häuser in der Lemgoer Bismarckstraße gibt es gute Häuserchroniken von Hermann Fricke in StaL S 225.

Häuserkartei

Bevor Sie in die eigentliche Arbeit mit den Archivquellen einsteigen, sollten Sie auch einen Blick in die sogenannte Häuserkartei im Lesesaal des Stadtarchivs werfen.

Der Bestand erschließt v. a. serielle Quellen der Lemgoer Finanzverwaltung (im Wesentlichen Kontributionslisten) und sog. Brandkataster zur Wertschätzung der Immobilien im Hinblick auf Hauseigentümer. Er enthält keine Originale, sondern meist handschriftliche Auswertungen der Quellen nach Bauerschaften und Hausnummern. Im Benutzersaal stehen Kopien der Aufzeichnungen (im Original auf Karteikarten) in Leitzordnern. Die verwendeten Quellen sind nicht immer eindeutig angegeben, häufig bleibt unklar, aus welcher Unterlage die Information tatsächlich stammt.

Erfasst sind Gebäude in Lemgo vor der kommunalen Gebietsreform und die eine Bauerschaftsnummer besaßen. Von daher muss vor der Benutzung des Bestandes die frühere Bauerschaftsnummer des betreffenden Gebäudes geklärt werden. Dazu existieren Konkordanzen, die Bauerschaftsnummern und heutige Straßennummern gegenüber stellen. Zeitlich erstrecken sich die Angaben vom 17. bis zum Ende des 19. Jhds. 

Eine Garantie für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Häuserkartei kann nicht gegeben werden, da ihr konkretes Zustandekommen unklar ist und nicht immer eine eindeutige Quellenangabe vorhanden ist. Trotzdem ist diese Kartei ein guter Einstieg.

Adressbücher

Adressbücher sind Vorläufer der jüngeren Telefonbücher. Sie listen in gedruckter Form alphabetisch nach Familiennamen die Bewohner einer Stadt (teilweise auch nur die Haushaltsvorstände) auf. Ergänzend können Sie die Personen auch nach Straßen und Hausnummern ermitteln. Berufsangaben und Familienstand sind zumeist auch angegeben.

Im Stadtarchiv Lemgo sind aus den folgenden Jahren Adressbücher vorhanden: 1901, 1909, nach 1912, 1925/26, 1949, 1958, 1962, 1964 und 1974. Die Adressbücher beziehen sich teilweise auch auf ganz Lippe. Über die Lippische Landesbibliothek in Detmold liegen die Adressbücher teilweise auch digital vor. Neben Angaben zu Personen enthalten die Adressbücher häufig auch Informationen zu Geschäften, Unternehmen, Behörden und Vereinen.

Achtung! Vor 1912 werden in den Adressbüchern die Hausnummern noch nach Bauerschaften gezählt. Teilweise wird in den Adressbüchern auch kenntlich gemacht, ob es sich bei der genannten Person um den Eigentümer des Hauses oder um einen Mieter handelt.

Fotoaufnahmen

Fotoaufnahmen gelangen häufig durch Schenkung, Dauerleihgabe  oder Kauf in das Stadtarchiv. Ein Großteil der Aufnahmen zeigt tatsächlich Gebäudefronten in Lemgo oder Straßenansichten. Innenaufnahmen sind dabei sehr selten und wenn, dann häufig nur bei öffentlichen Gebäuden vorhanden.

Nähere Informationen zu den Fotobeständen des Stadtarchivs finden Sie hier.

Baupläne und Grundrisse

Hier muss man sich zunächst die Frage stellen, ob es sich um ein städtisches oder ein privates Gebäude handelt. Bei einem privaten Gebäude befinden sich die Baupläne, insoweit sie sich erhalten haben, in den Bauakten des städtischen Bauamtes, die im Zuge der Bauaufsicht angelegt wurden. Diese Bau- oder Hausakten sind nicht im Stadtarchiv, sondern befinden sich in der Heustraße 36 – 38 in Lemgo. Die Bau- oder Hausakten reichen teilweise bis ins späte 19. Jhd. zurück. Die Einsichtnahme in diese Akten steht nur den aktuellen Eigentümern oder den durch diese Bevollmächtigten zu.

In einzelnen Fällen wurden ältere Baupläne aus den Bau- oder Hausakten entnommen und dem Stadtarchiv übergeben (siehe StaL Bestand K unter Sonstige Gebäude/Private Bauten). Diese Pläne und Zeichnungen können Sie im Stadtarchiv einsehen.

Die Baupläne der städtischen Gebäude befinden sich, soweit sie bereits an das Stadtarchiv abgeben wurden und nicht mehr bei der Gebäudewirtschaft Lemgo (GWL) aufbewahrt werden, im Bestand K des Stadtarchivs.

Die zugehörigen Bauakten über die Errichtung oder Veränderung der städtischen Bauten finden sich je nach Entstehungszeitpunkt entweder im Bestand A (vor 1934) oder im Bestand B (nach 1934) unter den jeweiligen Klassifikationspunkten.

Hausnummern, Straßen und Stadtpläne

Bis 1912 wurden in Lemgo die Häuser nach Bauerschaften durchgezählt, d. h. die Hausnummerierung war nicht identisch mit der Straße, an der das Gebäude steht.

In Lemgo gab es sechs Bauerschaften: Nicolai-Bauerschaft (NB oder N), Tröger-Bauerschaft (TB oder T), Slaver-Bauerschaft (SB oder S), Rampendaler-Bauerschaft (RB oder R), Heiliggeist-Bauerschaft (HGB oder H) und Marien-Bauerschaft (MB oder M). Die Kürzungen finden Sie auch häufig in den Archivquellen und teilweise noch auf den Straßenschildern. Die Häuser einer Bauerschaft wurden innerhalb der Bauerschaft durchgezählt. Für die Bestimmung der richtigen Hausnummer vor 1912 müssen Sie vorab die Bauerschaftsnummer wissen. Dafür gibt es eine Konkordanz von heutigen Hausnummern und ehemaligen Bauerschaftsnummern.

Im Zuge der kommunalen Gebietsreform 1969/70 und der Bildung der Großgemeinde Lemgo wurden mehrere Straßennamen in den eingemeindeten Ortsteilen verändert, um Doppelungen zu vermeiden. In Zweifelsfällen sollten Sie überprüfen, wie die Straße des Ortsteils ursprünglich hieß.

Für ältere, heute nicht mehr gebräuchliche oder verwendete Straßennamen, sind folgende Veröffentlichungen hilfreich:

E. Weißbrodt, Lemgoer Straßennamen, Lemgo 1932

Guido-Josef Neidinger, Straßen in unserer Stadt Lemgo, Lemgo 1984

Lemgoer Straßennamen (= Gelbe Hefte, AK Stadtgeschichte), Lemgo 2010

Die Lage einer Straße können Sie natürlich historischen Stadtplänen entnehmen. Diese befinden sich im Bestand K und in der Archivbibliothek des Stadtarchivs. Der älteste Stadtplan datiert von 1885/86 (StaL  K 1223). Ältere Stadtpläne sind nicht vorhanden. Für die Lemgoer Ortsteile sind solche Pläne kaum vor 1969/70 vorhanden.

Katasterkarten und Katasterbücher

Wichtige Informationen zu Gebäuden und Grundstücken sind der (historischen) Katasterüberlieferung zu entnehmen. Diese besteht aus einem beschreibenden Teil und einem Kartenwerk, die beide durch ein Zahlenwerk miteinander verknüpft sind.

Kataster meint im ursprünglichen Sinne des Wortes ein amtliches Steuerregister auf Basis von Grundstücken. Kartenmaterial gehört nicht zwingend dazu, wurde aber häufig parallel angelegt.

Kurze Geschichte der Katastervermessung in Lippe und Lemgo

Die erste systematische und umfassende Katasteraufnahme in Lippe erfolgte  zwischen 1878 und 1883, die sog. Ur-Katasteraufnahme.  Diese Karten befinden sich im Bestand D 73 Kataster Lippe des LAV NRW OWL. Im Stadtarchiv sind Abschriften / Kopien der Katasterkarten vorhanden.  Vor der Urkatasteraufnahme waren alle bisherigen flächenhaften Katasteraufnahmen unvollendet geblieben oder gescheitert, nicht zuletzt auch an Kostenfragen.

Für das Gebiet der Lemgoer Feldmark (außerhalb der städtischen Verteidigungsanlagen)  existierte ein Kartenwerk bereits seit 1794 bzw.1800, bestehend aus einer Gesamtkarte der Feld- und Holzmark (StaL K 9007), Revier-/Inselkarten in einem Kartenalbum (StaL K 8001) und einem Messbuch (StaL A 347). Das Messbuch enthält sämtliche Grundstückseigentümer zum damaligen Zeitpunkt, mit Angabe der Größe, Lage und Abgabenpflicht des zugehörigen Grundstücks. Zur besseren Lesbarkeit wurde eine Abschrift des Messbuches durch eine Arbeitsgruppe des Vereins Alt Lemgo e.V. 2007 erstellt. Vermesser war Philipp August Merkel aus Detmold, der auch an anderen lippischen Vermessungsarbeiten beteiligt war.

Auf Grundlage der Merkelschen Karten fertigte in den Jahren 1814/15 Heinrich Christian August Overbeck Zehntkarten des Stifts St. Marien in Lemgo an (Sta DT D 73 St. Marien Nr. 1 -11, Kopien im Stadtarchiv). Sie erfassten die an das Stift zehntpflichtigen Grundstücke in der Lemgoer Feldmark sowie in Brake, Wahmbeck, Bentrup und Trophagen.

Darüber hinaus liegen auch Zehntkarten der Lemgoer Mark aus den Jahren 1766, 1777 und 1857 vor. Für 1799 auch eine Karte von dem im Amt Brake gelegenen Leeser Zehnten. Kopien sind im Stadtarchiv jeweils vorhanden.

Die Arbeit mit der Katasterüberlieferung

Die politischen Gemeinden bildeten und bilden jeweils eine Gemarkung. Auch nach der kommunalen Gebietsreform 1969/70 in Lemgo wurden die Gemarkungen der aufgelösten, politischen Gemeinden, die nun zu Lemgoer Ortsteilen wurden, beibehalten. So existieren im Stadtarchiv eigene Gemarkungskarten für die 13 hinzugekommenen Ortsteile (siehe StaL Bestand G).

Zur ersten Orientierung empfiehlt sich ein Blick auf die Übersichts- oder Gemeindekarte, die die Einteilung der Gemeinde in einzelne Flure bzw. Kartenblätter zeigt (siehe StaL K 1769/1). Die jeweiligen Flurkarten sind mit Nummern (arabisch oder römisch) gekennzeichnet.

In der Flurkarte (Inselkarte) sind die Parzellen (Grundstücke) der Flur mit entsprechenden Flurnummern eingezeichnet. Man kann die Grenzen der Grundstücke erkennen, sowie die eingezeichneten Gebäude, Wege und Flüsse. Diese Flurkarten sind eine wichtige historische Quelle. 

Die umfangreichen Siedlungsvorhaben des 20. Jhds. haben in den älteren Flurkarten die Struktur der Flure und Parzellen noch nicht verändert, so dass man teilweise die vorindustrielle Epoche noch erkennen kann. Die Parzellen der Flurkarte tragen jeweils Nummern, die in Beziehung zu den sogenannten Flurbüchern zu setzen sind. 

In den Flurbüchern werden die Grundstücke nach Flurnummer (Kartenblatt) und Parzellennummer aufgeführt. Die Eintragung der erfolgt chronologisch nach Jahr der Ersteintragung bzw. Veränderung. Angegeben sind immer der Grundstückseigentümer mit Name und Adresse, die Lage des Grundstücks, die Kulturart (d.h. Nutzung) sowie der Flächeninhalt und der Reinertrag. Veränderungen wurden nachgetragen und mit Durchstreichungen und Verweisen auf das Jahr kenntlich gemacht.

Die Flurnummern beginnen mit 1 und sind fortlaufend nummeriert. Bei Veränderungen des Grundstücks wurde die alte Flurstücksnummer fortgeführt und durch die nächste freiwerdende Nummer beim jeweiligen Eintragungsjahr ergänzt. Wurde ein Flurstück geteilt, wurden die beiden neuen Flurstücke mit der alten und der neu vergebenen Flurnummer fortgeführt.

In der sogenannten Mutterrolle werden alle Informationen zusammengeführt. Hier ist der immobile Besitz eines Eigentümers nachgewiesen. Spätere Veränderungen sind mit Durchstreichungen markiert. Verweise leiten wieder zurück zu den Flurkarten. 

Sal- und Hypothekenbücher

Neben den Liegenschaftskarten aus der Zeit vor der Ur-Katasteraufnahme und danach (mit den zugehörigen Katasterbüchern) existieren für Lemgo auch ältere Grundbesitzverzeichnisse, die unterschiedliche Bezeichnungen tragen. Die ältesten Aufzeichnungen dieser Art werden häufig als Urbare, Lagerbücher oder Salbücher bezeichnet. Sie geben Auskunft über den Gesamtumfang eines Grundbesitzes (eines Landesherrn, eines Adeligen, eines Klosters, einer Stadt usw.) Vermerkt sind auch die auf dem Grundstück lastenden Leistungen und Zahlungen sowie die damit verbundenen Rechte des Grundherrn. Diese Verzeichnisse dienen damit, wie das Kataster, der Grundsteuerberechnung. 

In Lippe stammen die ältesten Salbücher aus der 1. Hlf. des 16. Jhds. und tragen selbst noch nicht die Bezeichnung Salbuch. Erst in der Periode von 1614 bis 1620 wurde eine vollständige Bestandsaufnahme der Höfe in den lippischen Ämtern durchgeführt. Nach dem 30jährigen Krieg erfolgte eine erneute Phase der Anlage von Salbüchern, um die durch die Kriegswirren unbrauchbar gewordenen Grundbesitzaufzeichnungen und Abgaben angesichts der erheblichen Schuldenlast der Bauern zu erneuern. Noch während des 30jährigen Krieges wurde in Lemgo 1636 erstmals ein Salbuch für die Stadt angelegt (StaL A 3428 und A 3429).  Es folgten 1690 und 1701 zwei weitere Sal- oder Katasterbücher (StaL A 3431 und A 3432). Im 18. Jahrhundert kamen weitere Katasteraufzeichnungen für Lemgo (StaL A 3433 – A 3455) hinzu. Die letzten dieser Art vor der Ur-Katasteraufnahme wurden 1854 angelegt (StaL  A 348 und A 349). Die Gliederung der Bücher ist immer nach den sechs Lemgoer Bauerschaften aufgebaut. Zu beachten ist, dass die Zuordnung der Grundbesitzer zu einer bestimmten Bauerschaftsnummer häufig erst nachträglich im Archiv erfolgte und durch handschriftliche Eintragungen gekennzeichnet ist. Die Sal- und Katasterbücher für die bis 1969 unabhängigen  Lemgoer Ortsteile finden sich dagegen im LAV NRW OWL Bestand L 101 C, geordnet nach Ämtern. Aber auch die Stadt Lemgo ist für den Zeitraum zwischen 1803 und 1864 mit etwa 50 Katasterbüchern vertreten, was die Lücke des 19. Jhds. im Stadtarchiv erklärt.

Als Vorläufer des heutigen Grundbuches können die sogenannten Hypothekenbücher gelten. In ihnen wurden die (finanziellen) Lasten auf einem Grundstück aufgezeichnet und gffls. Ihre Löschung vermerkt. Für Lemgo haben sich Hypothekenbücher für fünf Bauerschaften (ohne Nicolai-Bauerschaft) erhalten (StaL A 350 – A 354) erhalten.  Der Überlieferungsgeschichte geschuldet befinden sich Lemgoer (und sonstige lippische) Hypothekenbücher auch im LAV NRW Bestand D 23 A.

Gebäudesteuerrolle (1890 – 1949)

Die zweibändige Lemgoer Gebäudesteuerrolle von 1890 basiert auf dem lippischen Urkataster von 1878 – 1883 und führt nach Bauerschaften getrennt die steuerpflichtigen Bauwerke im Stadtgebiet vor der kommunalen Gebietsreform auf. Es finden sich Angaben zu den Umbauten, Erweiterungen und Neubauten. Häufig gibt es auch Angaben zum Baujahr, wenn es nach 1890 liegt. Davor werden keine Angaben zum Baujahr gemacht. Dazu gehören natürlich auch eine steuerliche Einschätzung und die Nennung der Eigentümer im fraglichen Zeitraum. Die Gebäudesteuerrolle wurde bis etwa 1949 fortgeschrieben. Änderungen in der Steuerhöhe und Korrekturen/Streichungen deuten auf bauliche Veränderungen hin. Angaben zum Kartenblatt und Flurnummer verweisen auf die zugehörige Katasterüberlieferung.

Brandkataster 1752 – 1871, 1803-1877, 1894 – 1949

Ab 1752 gibt es die Verzeichnisse der „Brandcasse-Assecuranz“, der Vorläuferin der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt, die die Einschätzungswerte für die Feuerversicherung enthalten. Daran schließen sich ab 1801 die Veränderungslisten an, die nur noch Abweichungen vom ursprünglichen Taxwert der Gebäude notieren. Solche Veränderungen in der Taxation weisen für gewöhnlich auf bauliche Veränderungen hin. Ähnlich wie die Gebäudesteuerrolle ist das Brandkataster nach Bauerschaften gegliedert. (A 2709 – A 2716) (A 356-A 368, A 534 – A 535)

Steuerlisten (Kontributionen) (1623 – 1851)

In der frühen Neuzeit wurden verschiedene Abgaben von den Einwohnern einer Stadt erhoben, häufig vom jeweiligen Grundbesitz, aber auch nach sonstigem (Geld-)Besitz. Entsprechende Abgabelisten oder Steuerlisten haben sich im Stadtarchiv Lemgo erhalten. Sie dokumentieren für das 17. Und 18. Jahrhundert sehr umfassend die abgabenpflichtige Bevölkerung der Stadt. Im 17. Jahrhundert wurden diese Listen noch nicht nach festen Bauerschaftsnummern erhoben, sondern erst im 18. Jahrhundert.  Die Bezeichnung für diese steuerähnlichen Abgaben konnte Schatz, Schoß, Kontribution, Bürgergeld oder ganz anders lauten. Die Fortschritte auf dem Gebiet des Katasterwesens ermöglichten eine immer umfassendere und genauere Steuerbemessung.

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