Logo mit Schriftzug Alte Hansestadt Lemgo

Nachlässe von Künstlern

NL 3 - Nachlass Bernd Enke (Psychologe, Autor) (Laufzeit: 1981 - 1998, 11 Archiveinheiten)

Der Dipl.-Psychologe Bernd Enke arbeitet seit den 70er Jahren als Psychotherapeut in Detmold. Eigener Klärungsbedarf über das Leben Karl Junkers und das Fehlen veröffentlichter Literatur hatten ihn zu Nachforschungen und eigenen Deutungsversuchen der Künstlerpersönlichkeit geführt.  

Der Bestand enthält Materialien, die Enke zur Erstellung seines unveröffentlichten Werkes "Das Junker-Buch" gesammelt und benutzt hat, sowie das Manuskript in der Endfassung. 

Das Manuskript steht einer Benutzung mit der vom Verfasser einzuholenden Genehmigung zur Verfügung.

Die Datierung der Materialien umfasst den Zeitraum von 1981 bis 1998, den gesamten Arbeitsprozess für das Junkerbuch.


Online-Findbuch auf archive.nrw

Findbuch als pdf


NL 12 - Nachlass Marienkantorei Lemgo/Kantor Walther Schmidt (Laufzeit: 1926 - 2013, 395 Archiveinheiten)

zurück nach oben

Walther Schmidt wurde am 17. Januar 1913 als Sohn von Willy Schmidt, Angestellter bei der Hamburg-Amerika-Linie, und Wilhelmine, geb. Steinhäuser, in Hamburg geboren. Sein Vater fiel 1914 im Ersten Weltkrieg. Seine Mutter zog später nach Erfurt in Thüringen und heiratete erneut. Dort wurden sein Bruder Hellmut und seine Schwester Erika geboren. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1925 lebte Walther Schmidt weiterhin bei seinem Stiefvater in Erfurt.

Walther Schmidt engagierte sich in der christlichen Jugendbewegung und leitete Singkreise sowie Instrumentalgruppen. Dann nahm er Orgelunterricht. Schließlich brach er seine in Döbeln begonnene kaufmännische Lehre ab, um sich ganz der Musik zu widmen. 1934 - im Alter von 21 Jahren - begann Walther Schmidt an der Evangelischen Kirchenmusikschule Berlin-Spandau zu studieren. Nachdem er 1938 das Abschlussexamen an der Kirchenmusikschule absolviert und die staatliche Prüfung zum Organisten und Chorleiter an der Hochschule für Musik in Berlin abgelegt hatte, wirkte er in diesen Funktionen an einer Innenstadtkirche in Berlin-Teltow. Diese Tätigkeiten musste er beenden, als er 1939 zum Kriegsdienst einberufen wurde. Während des Krieges, im Jahr 1942, heiratete er Martha Westerhaus. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Als er 1945 aus viermonatiger Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, erhielt er eine Anstellung als Organist in der Kirche St. Marien in Lemgo. Die Marienkantorei gründete er 1945 aus einem bestehenden Musik-Jugendkreis und dem Kirchenchor. Zum 1. März 1948 wurde er Musiklehrer am Marianne-Weber-Gymnasium. Um als beamteter Lehrer arbeiten zu können, studierte er 1953 zwei Semester an der Hochschule für Musik in Köln und legte die Schulmusikerprüfung ab. Seit 1950 organisierte Walther Schmidt die "Lemgoer Orgeltage", zu denen Musiker aus vielen Ländern nach Lemgo kamen. Gleichfalls initiierte er 1964 die Gründung der Jugendmusikschule in Lemgo, deren Leitung er übernahm. 

Schon im Jahr 1945 veranstaltete Walter Schmidt Konzerte in den umliegenden Dörfern, seit 1950 gab er Konzerte in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Bald erfolgte die erste Einladung ins Ausland. Die erste Reise führte 1953 nach Utrecht in den Niederlanden. In den nächsten Jahren wurden weitere Konzerte im Ausland gegeben, so zum Beispiel in England, Frankreich, Italien, Belgien und in den USA. Daneben fanden weiterhin zahlreiche Konzerte in Deutschland statt. Konzerte wurden auf Langspielplatten aufgenommen und im Rundfunk übertragen. Walther Schmidt knüpfte die notwendigen Kontakte, organisierte die Reisen und stellte die Programme auf. 

Im Jahre 1978 wurde er als Studiendirektor am Marianne-Weber-Gymnasium pensioniert. Für sein bedeutendes Engagement erhielt Walther Schmidt 1980 den Kulturpreis des Landesverbandes Lippe. 1985 verlieh ihm die Stadt Lemgo die Ehrenbürgerwürde. Schließlich erhielt er 1988 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. 

Walther Schmidt starb am 9. Oktober 1991 in Lemgo. 

 

Der Nachlass

Der vorliegende Nachlass dokumentiert die Tätigkeit des Kantors Walther Schmidt im Rahmen der Marienkantorei. Private Unterlagen Schmidts (Briefe, Dokumente, Fotos...), die über die Arbeit als Kantor von St. Marien hinausgehen, sind nicht enthalten. Naturgemäß überwiegen Presseartikel, Korrespondenz und Programme über die Konzerte, Konzertreisen und die Lemgoer Orgeltage im Nachlass.

 

Online-Findbuch auf archive.nrw

Findbuch als pdf


NL 12a - Nachlass Marienkantorei Lemgo / Audio-Digital (Laufzeit: 1954 - 1993, 391 Archiveinheiten)

zurück nach oben

Der Bestand setzt sich aus digitalisierten Aufnahmen der Marienkantorei zusammen. Vorhanden sind v.a. diverse Konzertmitschnitte von Auftritten der Marienkantorei oder befreundeter Künstler/Gruppen. Wer im Einzelnen die Mitschnitte angefertigt hat, ist unklar. Die Digitalisierung der analogen Vorlagen erfolgte über die MarienKantorei. Die Tonaufnahmen liegen als wav-Dateien vor.

Die eigentlichen Audioaufnahmen (Tonbänder, Tonkassetten...) befinden sich im Bestand NL 12 Nachlass Marienkantorei Lemgo/Kantor Walther Schmidt.

 

Benutzung des Bestandes

Die Benutzung des Bestandes (d.h. das Hören der Digitalaufnahmen) erfolgt nur nach vorheriger Genehmigung durch den Vorstand der MarienKantorei Lemgo im Benutzersaal des Stadtarchivs.

 

Online-Findbuch auf archive.nrw

Findbuch als pdf


NL 31 - Nachlass Helmut Rieck (Kunstlehrer, Künstler) (unerschlossen)

zurück nach oben

Helmut Rieck, Studiendirektor, Kunsterzieher und freischaffender Künstler

geb. 28.02.1905

gest. 10.10.1977


NL 55 - Karl Junker (Künstler) (unerschlossen)

zurück nach oben

Am 30. August 1850 wurde Karl Junker in Lemgo als Sohn des Schmiedemeisters August Wilhelm Heinrich Junker und seiner Ehefrau Luise Bökhaus geboren. In frühester Kindheit verlor er seine Eltern, die 1854 bzw. 1857 starben. Auch der 1852 geborene Bruder starb im Jahre 1854 an dieser Krankheit. Zur wichtigsten Bezugsperson wurde der Großvater Arnold Friedrich Bökhaus, der zugleich Vormund war.

Karl Junker besuchte die Bürgerschule und das Gymnasium, das er 1864 verließ. Im Anschluss an die Schulzeit absolvierte er in Lemgo eine Tischlerlehre. In den Jahren 1869/70 arbeitete er als Geselle in Hamburg und Berlin. In den 1870er Jahren studierte er in München an der Akademie der Bildenden Künste Malerei. Im Jahre 1877/78 befand er sich auf einer Italienreise. Unklar bleibt, ob ihm diese Reise durch den "Rompreis" ermöglicht wurde. Zwei Skizzenbücher, die im Nachlass erhalten sind, zeugen von den Architektur- und Kunststudien, die er auf dieser Reise unternahm.

Zwischen 1883 und 1886 kehrte Karl Junker nach Lemgo zurück. Im Jahre 1889 stellte er den Bauantrag für das Haus in der Hamelner Straße. 1891 wurde der Rohbau fertig gestellt. Bis zu seinem Tod hat Junker in diesem Haus gelebt. Dort hat er seine künstlerischen Vorstellungen von Architektur, Dekoration und Ausstattung verwirklicht. Wie aus alten Reiseführern hervorgeht, konnten Besucher seit Mitte der 1890er Jahre das Haus gegen Zahlung eines geringen Eintrittspreises besichtigen. Abgesehen von diesen Führungen, die vermutlich nicht sehr häufig stattfanden, und dem Kontakt mit Nachbarn und vor allem den Kindern aus der Nachbarschaft zog sich Junker immer stärker zurück, lebte und arbeitete nur für seine Kunst. Am 25. Januar 1912 starb er an den Folgen einer Lungenentzündung.

Noch zu seinen Lebzeiten hatte Junker Kontakt zu zwei Galeristen geknüpft, darunter dem Hannoveraner Herbert von Garvens, der ein wichtiger Förderer der modernen Kunst war. Durch die Vermittlung der Galeristen wurden im Jahre 1913 auf einer Ausstellung der "Neuen Secession" in Berlin mehr als 50 Arbeiten von Karl Junker gezeigt. Allerdings hatte die Ausstellung nicht den von den Galeristen erhofften "Durchbruch" zur Folge. Über viele Jahrzehnte wurde das Werk von Karl Junker als Kuriosum von lokaler Bedeutung betrachtet.

Dennoch gab es immer wieder Entdeckungen. In den zwanziger Jahren wurde Junkers Werk unter dem Einfluss von Hans Prinzhorn ("Bildnerei der Geisteskranken", 1922) von der Psychiatrie entdeckt. In Lemgo war es der Gymnasiallehrer Karl Meier, zugleich Vorsitzender des Vereins Alt Lemgo, der um 1930 mit verschiedenen Publikationen auf das Junkerhaus aufmerksam gemacht hat. Im Jahre 1978 bewirkte der Kölner Kunstpsychologe Wilhelm Salber mit einer Ausstellung in Lemgo sowie im "Kölnischen Kunstverein" ein großes Medieninteresse. Danach wurde es allerdings wieder ruhig. Erst seit Mitte der 1990er Jahre ist das Interesse für das Werk des Lemgoer Künstlers kontinuierlich gewachsen. Arbeiten von Karl Junker sind im Kunstforum Wien (1997), in der Kunsthalle Bielefeld (1998/99) sowie im Museum De Stadshof in Zwolle (1998-2000) zu sehen gewesen. In dem Buch "Fantasy Worlds", herausgegeben von John Maizels und Deidi von Schaewen, wird das Junkerhaus als einziges deutsches Beispiel der "Outsider Art" porträtiert. In der Medienberichterstattung über dieses Buch (bspw. in "Geo" 11/1999 oder im Kulturmagazin "Metropolis" des Senders Arte im Juli 2000) ist stets auch das Junkerhaus vorgestellt worden.

Im Jahre 1998 fand in Lemgo ein Symposium über Leben und Werk von Karl Junker statt, das durch die Staff Stiftung finanziert worden ist. Die Tagung zog nicht nur eine Bilanz des gegenwärtigen Forschungsstandes zur Biographie und zum künstlerischen Werk von Karl Junker, sondern sie war auch der Startschuss für umfangreiche Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten im Junkerhaus.

 

Sanierungsmaßnahmen sind im Bereich des Sockels und der Decken sowie an den Fenstern notwendig. Mit dem Einbau einer Temperierung soll das Gebäudeklima stabilisiert werden. Darüber hinaus werden stark geschädigte Möbel, Gemälde sowie die Architekturmodelle von der Zentralen Restaurierungswerkstatt des Westfälischen Museumsamtes restauriert. Auf Grund dieser Maßnahme kann das Junkerhaus zur Zeit nur mit starken Einschränkungen geöffnet werden. Durch die Unterstützung des Vereins Alt Lemgo ist es möglich, dennoch Führungen durch das Haus anzubieten.


NL 56 - Nachlass Friedrich Plate (Architekt) (Laufzeit: 1920 - 1991, 20 Archiveinheiten)

zurück nach oben

Friedrich (Fritz) Heinrich Plate wurde am 9.9.1909 in Lemgo geboren. Vom 8.4.1924 bis zum 1.4.1927 machte er eine Lehre als Zimmermann beim Zimmermeister Wilhelm Finke in Brake/Lippe. Anschließend war er als Zimmergeselle bei Gebrüder Bödeker, Hugo Sonntag AG und zuletzt bei Rudolf Laege (bis August 1929) beschäftigt. Von 1927/28 bis 1932 studierte er Hoch- und Tiefbau am Technikum Lemgo. Von 1932 bis 1978 war Plate als selbständiger Architekt tätig.

Friedrich Plate führte im Auftrage der Stadt Lemgo Planungen für Siedlungen und städtische Bauten durch, vor allem Schulbauten (u.a. Marianne-Weber-Schule, Sparkasse Lemgo, Kreiskrankenhaus Lemgo).

Er war Mitglied der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands (vermutlich bis 1935). Mitgliedschaft in der FDP. Ratsherr war Plate von 1956 bis 1975. 1971 wurde er zusätzlich als Ehrenbeamter zum stellvertretenen Mitglied des Beschlußausschusses der Stadt Lemgo berufen.

 

Online-Findbuch auf archive.nrw

Findbuch als pdf


NL 57 - Nachlass Ernst Pethig (Architekt und Maler) (Laufzeit: 1979 - 2005, 2 Archiveinheiten)

zurück nach oben

Ernst Pethig wurde am 27.12.1892 in Lemgo geboren. Nach der Schulzeit am Lemgoer Gymnasium studierte er von 1913 bis 1914 an der Technischen Hochschule in München. Während seiner Kriegszeit wurde er schwer verwundet. Im Jahr 1916 nahm er das Studium an der Technischen Hochschule in Hannover wieder auf. 1921 schloss er mit der Diplomprüfung sein Studium ab. Anschließend ließ er sich als selbständiger Architekt in Lemgo nieder. In dieser Zeit realisierte er Neubauten, aber auch vor allem Umbauten an historischen Gebäuden, wobei er sich um den Erhalt der ursprünglichen Bausubstanz und der Wirkung des Gebäudes bemühte. Pethig wohnte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in einer Wohnung im von ihm erbauten Hotel Wülker, bis dieses von der Besatzungsmacht beschlagnahmt wurde. Danach lebte er auf dem Laubkerhof.

In den 50er Jahren des 20. Jhds. erhielt Pethig zahlreiche Aufträge für Neubauten von Wohn- und Geschäftshäusern. Neben seiner Bau- und Planungstätigkeit, widmete er sich mit Vorliebe der Aquarellmalerei. Am 7. April 1956 starb er mit 63 Jahren und wurde auf dem Friedhof an der Rintelner Straße beigesetzt.

 

Findbuch als pdf


NL 63 - Nachlass Otto Krull (Maler) (Laufzeit: 1852 - 1969, 98 Archiveinheiten)

zurück nach oben

- Otto Krull (geb. Grune): 20. April 1887 in Detmold; Geburtsort seiner Ehefrau Anna Krull (geb. Wehrmann): 1.6.1889 in Lemgo, Orpingstraße

- 1927 Namensänderung von Grune nach Krull (Name nach seinem Stiefvater)

- Anna Krull, gestorben am 5.7.1970 in Lemgo; Otto Krull gestorben am 1.2.1971 in Bad Pyrmont

- 1901 - 1903 Malerlehre beim Lemgoer Handwerksmeister Wilhelm Mundhenke

- 27. März 1909 standesamtliche Trauung, 12. April kirchliche Trauung in St. Marien

- 3. April 1914 Überreichung des Meisterbriefes

- 1914 machte Krull sich selbstständig und gründete in der Echternstraße ein Malergeschäft

- stadtbekanntes Haus an der Wasserstraße Nr.5, in das er 1935 zog und dessen Fassade er gestaltete. Mit bunten Farben malte er die Hexenprozesse an die Hausfront.

- 3. April 1964 50-jähriges Geschäftsjubiläum

- 27. März 1969 diamantene Hochzeit

- 2 Söhne, wovon einer im 2. WK umkam, 2 Töchter und 2 Söhne:

1) Otto geb. am 12.6.1909 in Lemgo, Heirat am 30.03.1940, gefallen am 14.07.1941 bei Jakubenski im Osten

2) Anna geb. am 26.6.1910 in Lemgo, verh. Böhm, geschieden, gestorben am 25.07.1961 in Lemgo

3) Reinhold geb. am 30.8.1911 in Lemgo, ledig?, gestorben am 30.4.1999 in Holzminden

4) Elfriede geb. am 15.11.1915 in Lemgo, gestorben am 29.3.2005 in Holzminden

 

Online-Findbuch auf archive.nrw

Findbuch als pdf