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Archivbibliothek

Archivbibliothek

Die genaue Entstehung der Archivbibliothek ist unklar. Eine der Wurzeln der Archivbibliothek ist die ehemalige Heimatbücherei Lemgo (heimatkundliche Sammlung) der Bürgerschule, die 1983 durch den Betreuer Fritz Waldeyer, Lehrer im Ruhestand, an das Stadtarchiv übergeben wurde. Dieser Bestand wurde ursprünglich vom Verkehrsamtsleiter Schütte geschaffen und vom Lehrer Waldeyer fortgeführt, hauptsächlich als Hilfe für die Erteilung des Heimatkundeunterrichtes an der Bürgerschule/Volksschule. Neben etwa 1000 Buchbänden gehörten anscheinend auch die jetzt im Bestand Z 9000 zusammengefassten Mappen zum Büchereibestand. Außerdem 400 Dias, die vermutlich im Bestand N 3 aufgenommen wurden. 

Umfang der Archivbibliothek: ca. 7.500 Exemplare, zuzüglich über 300 Reihenwerke (Vereine, Verbände, Kirchengemeinden), ständig wachsend 

Die Bibliothek verfügt neben allgemeinen Nachschlagewerken und archivbezogener hilfswissenschaftlicher Literatur über einen bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Buchbestand. Schwerpunkte sind Literatur zu Lemgo (auch "graue" Literatur), der Hanse und dem lippisch-ostwestfälischen Raum. Einen sachlichen, über Lemgo hinausweisenden Schwerpunkt bildet die vorhandene ältere und neuere Literatur zu Hexen und Hexenverfolgung. Werke von und über Engelbert Kaempfer befinden sich teilweise als Eigentum, teilweise als nutzbares Depositum der Engelbert-Kaempfer-Gesellschaft in den Räumen des Archivs. Daneben sind vielfach Festschriften und sonstige Veröffentlichungen der Lemgoer Vereine, Schulen und Unternehmen enthalten. 

Die Literatur der Archivbibliothek ist durch einen systematischen Katalog (angelehnt an die Lippische Landesbibliographie) erschlossen. Zusätzlich gibt es einen gemischten Autoren- und Titelkatalog. Beide Kataloge liegen in Karteikartenform vor und sind in der Archivbibliothek zu nutzen. 

Die Systematik des Bibliotheksbestandes ist hier abrufbar (Systematik). 

Die Literatur vor 1800 im Bibliotheksbestand ist in die Systematik des Karteikartenkataloges miteingearbeitet. Zusätzlich gibt es eine kopierte und separierte Zusammenstellung der Karteikarten der Literatur vor 1800.

Für die Neuerwerbungen nach 2008 erfolgt die Erfassung in Augias Archiv 8.3. Dort sind auch rückwirkend die vorhandenen Reihenwerke und Periodika aufgeführt (9000er Signaturen). Die Archivdatenbank Augias Archiv 8.3 kann in den Räumen des Archivs genutzt werden. 

Für die Recherche von Werken, die vor 2008 erschienen sind, empfiehlt sich zuerst der Blick in einen der beiden Zettelkataloge. Bei Werken, die nach 2008 erschienen sind, zuerst die Suche in Augias Archiv 8.3. 

Die Bibliothek ist als Handbibliothek für die Archivarbeit angelegt und steht auch den Benutzern in den Räumen des Stadtarchivs zur Verfügung. Eine Kurzausleihe ist möglich. Die Bedingungen sind beim Archivpersonal zu erfragen. 

Literatur und Bibliographien zur Stadtgeschichte

Gymnasialbibliothek (Geschichte und Bestand)

Literaturempfehlungen

Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45

Kershaw, einer der besten Kenner der NS-Geschichte, hat sein neues Buch zur Endphase des „Dritten Reiches“ vorgelegt. Der Zeitraum erstreckt sich vom gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 bis zur deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945. Es behandelt die, bisher nur unzureichend beantworterte Frage, warum der NS-Unrechtstaat bis zum letzten Tag funktionierte ohne zusammen zu brechen.

Bis die Rote Armee vor den Pforten der Reichskanzlei stand, wurde die öffentliche Ordnung in Deutschland, das täglich ein Stück mehr unter alliierte Besatzung geriet, weitgehend aufrechterhalten. Löhne wurden bezahlt und die Verwaltung lief – wenngleich unter großen Schwierigkeiten – weiter. Zentral bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie das Regime bis zum Ende durchhalten konnte, so der renommierte NS-Historiker Ian Kershaw, ist Hitlers Art der charismatischen Herrschaft.

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5843 in der Dienstbibliothek.

Eine Rezension zu dieser Publikation finden Sie hier: www.sehepunkte.de/2013/07/21488.html

Sie wollen eine Rezension zu dieser Veröffentlichung hier veröffentlichen? Bitte senden Sie Ihren Text an stadtarchiv(at)lemgo.de.

Jobst Bruno Siek: Lemgo in den Zwanziger Jahren

Jobst Bruno Siek ist das Pseudonym eines Exillemgoers, der in den 1980er Jahren mehrere kleine Büchlein über Lemgo und Lippe im Selbstverlag herausgebracht hat. Neben dem vorliegenden sind das u.a.: „Der Dohlenkopp. Kleines Lexikon der Alttagsssprache in Lemgo und im Lippischen“, „Pauker und Penne um 1925 in Lemgo“ und “ Schelme und Käuze in den zwanziger Jahren in Lemgo“.

Siek schildert in seinem Büchlein wunderbar authentisch die Alltagsgeschichte Lemgos in den 1920er Jahren. Besonders einprägsam sind die Stellen über das Vereinswesen in Lemgo und ganz besonders über das 350-jährige Jubiläum der Lemgoer Schützengesellschaft. Weiterhin werden viele Anekdoten erzählt, etwa über das erste Radio in Lemgo (zusammengebaut von Wilhelm „Blitz“ Scheidt) oder die schon damals mit dem Zug pendelnden Lemgoer Schüler.

Das Büchlein schließt mit einem Ausblick auf das heranziehende Erstarken der Nationalsozialisten, was auch in Lemgo spürbar gewesen sei. Insgesamt handelt es sich um einen wahren Schatz für geschichtsinteressierte Lemgoer. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 2346 in der Dienstbibliothek.

Günter Rhiemeier: Zwischen Bega und Bredaerbruch

Der Name Günter Rhiemeier (1938-2006) ist vielen Lemgoern ein Begriff. Der versierte Heimatforscher verfasste viele Texte zur Geschichte Lemgos und seiner Ortsteile. Die vorliegende Publikation konnte er vor seinem Tod nicht mehr beenden, sodass der Verein Alt Lemgo das Fragment in ihrer Reihe Gelbe Hefte im Jahr 2009 veröffentlichte. Es handelt sich also um keine Neuerwerbung, allerdings um wichtiges Handwerkszeug für lokalgeschichtliche Forschungen.

Rhiemeier typisierte in einem ersten Schritt die naturräumliche Ausstattung der untersuchten Lemgoer Nord-West-Stadt. Daran anschließend gibt es einen längeren Abriss der allgemeinen Geschichte der Teilstadt sowie besonderer Bauwerke. Ein besonderer Fokus liegt auf der Siedlungsgeschichte, die für die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts detailreich geschildert wird. Besonders wertvoll für die heimatgeschichtliche Forschung ist der letzte Schwerpunkt des Werkes. Rhiemeier beleuchtet dort die Privatbetriebe und ihre Geschichte in der Lemgoer Nord-West-Stadt. Viele Informationen wurden durch mündliche Überlieferung, sogenannte Oral History, erhoben und wären ohne Rhiemeiers Fleißarbeit irgendwann verloren gewesen.

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7387 in der Benutzerbibliothek.

Bitte beachten sie auch Rhiemeiers Äquivalent zur Lemgoer Südstadt „Zwischen Bega und Biesterberg“ unter der Signatur 7177 in der Benutzerbibliothek.

Lippe. Erfassung Westfälischer Ortsansichten vor 1900 (Westfalia Picta Band 10)

Zwischen 1987 und 2007 erarbeitete das Institut für vergleichende Städtegeschichte zusammen mit dem LWL-Museum für Kunst und Kulturgeschichte das zehnbändige Werk „Westfalia Picta“. Das Projekt zielte darauf ab, alle Bildquellen Westfalens aus der Zeit vor der Fotografie zu sammeln und zugänglich zu machen.

Der Band "Lippe" bildet den Abschluss der Reihe und weist auf 1000 Seiten mit mehr als 1500 Objektnummern eine umfangreiche Kunstproduktion in der Region nach, die vor allem an drei Zeichner des 19. Jahrhunderts geknüpft ist. Von den Zeichenlehrern Ludwig Menke und Carl Dewitz sowie dem Pfarrer und Autodidakten Emil Zeiß stammen etwa zwei Drittel aller aufgeführten Bildbelege. Ihrem lokalen Interesse ist es zu verdanken, dass nicht nur Zielobjekte des aufkommenden Tourismus wie das 1875 eingeweihte Hermannsdenkmal oder die Externsteine bildlich festgehalten wurden, sondern auch Bauobjekte und Orte im Lippischen, die abseits des Interesses von nicht ortsansässigen Künstlern lagen.

 Beliebteste Motive im 19. Jahrhundert waren die ehemalige Residenzstadt Detmold, die Renaissancebauten der Stadt Lemgo, die landesherrlichen Schlösser und Burgen sowie natürlich auch die Externsteine und das Hermannsdenkmal. Gerade für Lemgo bietet das Werk eine unermessliche Fülle an Zeichnungen, Graphiken und Stichen.

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7369 in der Dienstbibliothek.

Jens Kirschneck, Marcus Uhlig u.a.: Arminia Bielefeld. 100 Jahre Leidenschaft

Am Wochenende hat es Arminia Bielefeld mal wieder geschafft – der Aufstieg in die 2. Liga ist erreicht. Damit macht der DSC seinem Ruf als „Fahrstuhlmannschaft“ mal wieder alle Ehre. Zur Freude der Anhänger ging es diesmal eine Etage nach oben und wer weiß, was nächste Saison passiert.

 Zum 100jährigen Vereinsjubiläum 2005 wurde das Buch „100 Jahre Leidenschaft“ geschrieben. Als Anhänger von Arminia Bielefeld weiß man mit Sicherheit, dass Leidenschaft von dem Wort Leiden abstammt. Was hat dieser Klub nicht schon alles durchlebt – westdeutsche Meisterschaften, Kantersiege gegen Bayern München, Zwangsabstieg im Zuge des Bundesliga-Skandals, Beinaheinsolvenz uvm.

 Die wechselvolle Geschichte von Arminia wurde hier von unabhängigen Autoren ausführlich aufgearbeitet. Es gibt wunderbare Fotos, authentische Fanberichte, Erinnerungen an sportliche Highlights und eine umfangreiche Vereinsstatistik. Interessant machen dieses Buch aber gerade Sonderthemen wie „Arminia und die Nazis“. Die dunklen Zeiten, Fehler und Probleme des Vereins werden nicht verschwiegen, sondern offen thematisiert. Somit wurde von den Autoren, sämtlich Arminenfans, eine Chronik vorgelegt, deren Konzeption über die üblichen Jubiläumsbücher hinausgeht.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches gibt es hier zu sehen. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7471 in der Dienstbibliothek.

Volker Weidermann: Das Buch der verbrannten Bücher

Es wurde angekündigt als »Aktion wider den undeutschen Geist«: Die akribische landesweite Vorbereitung gipfelte am 10. Mai 1933 in der Errichtung von Scheiterhaufen in vielen deutschen Städten, auf die dann Studenten, Bibliothekare, Professoren und SA-Leute in einer gespenstischen Feierstunde die Bücher warfen, die nicht mit ihrer menschenverachtenden Ideologie vereinbar waren. Unvergessen die Tonbandmitschnitte, die dokumentieren, wie Joseph Goebbels auf dem Platz neben der Berliner Staatsoper mit den Worten »Und wir übergeben den Flammen die Werke von …« die einzelnen Autoren aufrief, von denen einige sogar anwesend waren.

Volker Weidermann erzählt, wie dieser Tag verlief, an dem es trotzig regnete, er erzählt von dem Bibliothekar Herrmann, der die Urliste aller Listen erstellte, nach denen dann die Scheiterhaufen bedient wurden, und er erzählt von den Werken und ihren Autoren – und davon, wie willfährige Buchhändler und Bibliothekare die Bücher aus ihren Regalen entfernten, so gründlich, dass viele Werke und Autoren danach nicht wieder zum Vorschein kamen. 

Das Ergebnis sind über 100 Lebens- und Werkgeschichten von Schriftstellern, darunter neben Klassikern wie Kästner, Tucholsky, Zweig, Brecht und Remarque auch völlig vergessene wie Rudolf Braune, ausländische Autoren wie Ernest Hemingway, und sehr viele, wie z.B. Hermann Essig, die unbedingt wiedergelesen werden sollten. Ein Buch über Bücher, Schicksale und ein Land, in dem zuerst Bücher verbrannt wurden und dann Menschen. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5496 in der Dienstbibliothek.

Eckart Kleßmann - Über dir Flügel gebreitet. Eine Kindheit 1933 - 1945

Der Schriftsteller, Journalist und Historiker Eckart Kleßmann wurde am 17. März 1933 in Lemgo geboren.

In diesem Buch erzählt er von seiner Kindheit, den ersten zwölf Lebensjahren, die genau in die Zeit des damals herrschenden Hitler-Regimes fielen. Das bedeutet: In diesem Buch geht es auch darum, in welchem Maße ein Kind von der Ideologie des Nationalsozialismus beeinflusst wurde. 

Das Kind erlebt die Aufmärsche der Partei, die Dominanz der allgegenwärtigen Hakenkreuzfahnen, aber es sieht auch die rauchenden Trümmer der Synagoge und die Menschen mit dem gelben Stern am Mantel. Doch dies ist nur der eine Aspekt der Darstellung. Der andere beschreibt das Aufwachsen in einer bürgerlichen Familie – der Vater war Chirurg und Chefarzt des Lemgoer Krankenhauses – mit drei Geschwistern, geprägt von einem christlich-konservativen Weltbild, in liebevoller Geborgenheit. Advent und Weihnachten, Kinderspiele, Ferienerlebnisse, Musikunterricht und Lektüre haben diese Kindheit geformt und ein Gegengewicht geschaffen zu den als bedrückend empfundenen Jahren der ersten Schulzeit, der Hitler-Jugend und des Krieges, wobei aber auch das Heitere und das Komische nicht fehlt. Mit dem Einmarsch der US-Army in Lemgo am 4. April 1945 endete für das Kind der Krieg. Ein halbes Jahr später beschlagnahmte die britische Militärregierung das Elternhaus. Diese Vertreibung im Oktober 1945 empfand der Erzähler als das Ende seiner Kindheit.

Die Publikation ist eine sehr lesenswerte Lektüre über die Alltagsgeschichte im Dritten Reich in Lippe darstellen. Kleßmann beschreibt pointiert und anekdotenreich seine Jugend unter der Hakenkreuzfahne.

Das Buch befindet sich unter der Signatur 4972 in der Dienstbibliothek.

Film-Archiv Lippe: Schlachten und Stätten der Liebe

Lippe ist eine Filmregion!? Das ist jedenfalls eines der überraschenden Ergebnisse dieses Buches. Zuerst fällt auf, wie viele Filme über diese Region überhaupt (noch) existieren. Dann fasziniert der historische Quellenwert, der in diesen Filmdokumenten steckt und darauf wartet, entdeckt und entschlüsselt zu werden. Dieser erste Band der Schriftenreihe Streifenweise zeigt an vielen Beispielen, dass "bewegte Bilder" mehr als nur Geschichte(n) erzählen: Plötzlich - durch das Kameraobjektiv gesehen - öffnen sich Perspektiven auf die regionale Geschichte.

Mutig zu behaupten, dass die hier vorliegenden Resultate ohne Vorbild sind; unbestritten aber sind sie übertragbar auf andere Regionen und symptomatisch für die deutsche (Film-)Geschichte. Zwei außergewöhnliche "Streifen" geben diesem Buch den Titel, sie werden dort auch ausführlich behandelt: Mit Schlachten ist selbstverständlich das "herausragende" Ereignis in der Filmgeschichte dieser Region gemeint: Die Hermannsschlacht, ein Monumentalfilm aus dem Jahre 1924; hinter den Stätten der Liebe verbirgt sich das einzige erhaltene Filmdokument über die Diakonissenarbeit in Lippe Ende der 20er Jahre. Zwei von zwölf Beiträgen in diesem Band, allesamt so spannend und unterhaltsam, wie Film und Kino schon immer war.

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5510/1 in der Dienstbibliothek.

Michaela Vieser und Irmela Schautz: Von Kafferiechern, Abtrittanbietern und Fischbeinreißern

Der Quacksalber, heute eher als Schimpfwort in Gebrauch, war einst mehr als ein dilettantischer Vorläufer unserer Ärzte; das Lampenfieber hat einen wahrlich heißen Ursprung, und Holzkohle war über Jahrhunderte mehr als nur Brennstoff für Grillvergnügen. Diese und viele andere Geheimnisse über verschwundene Berufe werden hier gelüftet. 

Wer weiß schon noch, welche Arbeit, welcher Alltag, welche gesellschaftlichen Entwicklungen sich hinter Namen wie Sandmann, Beutetürke oder Zeidler verbergen? Und wenn wir uns noch ein Bild machen können etwa von der Tätigkeit eines Köhlers, wissen wir doch oft nicht mehr, dass sein Produkt, die verschwelte Kohle, über viele Jahrhunderte der einezige Energieträger war, mit dem sich Erze aus Stein schmelzen ließen, dass der unersättliche Hunger nach Holzkohle ganze Regionen entwaldete. 

Das Buch erzählt und zeigt zusätzlich mit den gelungenen Illustrationen eine gelungene Alltagsgeschichte der Arbeit und des Wirtschaftens. Anekdoten, Dokumente, Begriffe und Bilder erinnern daran, dass im Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung Berufe ständig kommen und gehen. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5564 in der Dienstbibliothek.

Verein Alt Lemgo: Rund um die Wälle (Ausgabe 2015)

An dieser Stelle wird die neue Ausgabe des Mitteilungsblattes des Vereins Alt Lemgo vorgestellt. In „Rund um die Wälle“ zeigt sich der Verein, stellt seine Aktivitäten für das Jahr 2015 vor und präsentiert aktuelle Forschungserkenntnisse der Lokalgeschichte. 

In der aktuellen Ausgabe wird u.a. die Geschichte der alten Post an der Bismarckstraße beleuchtet, die 2014 nach 122 Jahren endete. Weiterhin zeichnet Karl-Heinz Richter auf anschauliche Art und Weise die Geschichte des Lemgoer Verlags F.L. Wagener nach (für interessierte Forscher: der Nachlass befindet sich im Stadtarchiv). Hermann Hentschel berichtet über den Lemgoer Gröchtenhof, der sich in der alten Lemgoer Feldmark befindet. Außerdem berichtet Jürgen Scheffler über die Übergabe eines Aquarells von Karl Meier-Lemgo an das Museum Hexenbürgermeisterhaus. 

Gleichzeitig möchten wir an dieser Stelle auf die vorhergehenden Ausgaben von "Rund um die Wälle" hinweisen, in denen neben weiteren Forschungserkenntnissen auch die Geschichte weiterer Lemgoer Traditionsunternehmen erzählt wird (Konservenfabrik Thospann & Siekmann, Leder- und Schürzenfabrik Gebrüder Koch, Polstermöbelfabrik Wilmsmeier etc.). 

Die komplette Reihe befindet sich unter der Signatur 9359 in der Dienstbibliothek.

Marianne Weber (Hrsg.): Wer hat Angst vor Marianne Weber?

Marianne Weber (1870-1954), gebürtige Lemgoerin, war eine deutsche Schriftstellerin, Wissenschaftlerin, Ehefrau, Frauenrechtlerin und Politikerin. Sie war unglaublich intelligent und vielseitig. 2014 - im Jahre des 150. Geburtstages ihres Ehemannes Max Weber erhielt sie wenig Aufmerksamkeit. Einige Plätze ihres Lebens und Wirkens sind heute schon vergessen, ihre Bücher und Reden sind nicht leicht zu beschaffen. Sie selbst sah ihr Leben als "ein erfülltes" an.  

In Briefen von Marianne Weber kann man Sie als herzliche, manchmal als empörte oder andersdenkende Freundin kennenlernen. Die Briefe von Max Weber, Dolf Sternberger und Marie Baum (1960) an Marianne Weber geben einen weiteren Einblick in ihr Leben, ihre Ansichten und in die "Sonntagstees" im Salon.

Aber welche Spuren hat Marianne Weber in den Köpfen unserer Gesellschaft und der Frauenbewegung hinterlassen? In Briefen an eine "imaginäre" Marianne Weber von 2015 geben verschiedene Frauen Antwort darauf: So berichtet Christina Herkommer, was aus der deutschen Frauenbewegung geworden ist; Ute Koczy beschreibt, wie sie parlamentarische Arbeit erlebt hat; Liz Müller steht den "besonderen Kulturaufgaben der Frau" ganz ablehnend gegenüber; Käthe Aettner schrieb 1975 einem aufgebrachten Bielefelder, der sich beschwerte, dass Absolventinnen der Marianne-Weber-Schule nichts über ihre Namengeberin wüssten...

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5830 in der Dienstbibliothek.

An der „Heimatfront“. Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg

Ausnahmsweise mal ein multimedialer Tipp: Die Dokumentation 'An der „Heimatfront“ – Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg' beleuchtet die Geschehnisse der Jahre 1914 bis 1918 explizit aus regionaler Perspektive und dem Blickwinkel der Zivilbevölkerung. Wie sah die Realität in Westfalen-Lippe im Zeichen von Not, Entbehrung, Krankheit, Trennung und Verlust aus? 

In seinem 35-minütigen Film nimmt der Autor Markus Schröder das Leben an der westfälischen „Heimatfront“ in all seinen Facetten in den Blick: von Hurrapatriotismus und Spionagehysterie am Kriegsbeginn über den zunehmenden Arbeitseinsatz von Frauen und Kriegsgefangenen bis zu Versorgungsengpässen und Hungerrevolten gegen Kriegsende. 
Sechs Kapitel beleuchten die Aspekte Kriegsbeginn, Aktivierung der Heimatfront, Arbeitswelt, Versorgungslage, Verwundete, Kriegsversehrte und Tote sowie den langen Weg zum Kriegsende. Drei Protagonisten – die Schülerin Lise Beuge, die Mutter und Ehefrau eines Kreisamtsarztes Antonia Helming und der münsterische Stadtarchivar Eduard Schulte machen mit ihren biographischen Tagebuch- und Chronikaufzeichnungen die Archivalien und Fotografien aus der Region lebendig und lassen die Lebenswirklichkeit und Kriegserfahrungen der Menschen in Westfalen-Lippe unmittelbar nachvollziehen.

Die DVD befindet sich unter der Signatur 5771 in der Dienstbibliothek.

Gerhard im Schlaa/Hans-Ulrich Krause: 50 Jahre Tischtennis im Lipperland 1945-1995

Im Banne des kleinen,weißen Balles heißt der eigentliche Titel dieser Dokumentation über den Tischtennissport in Lippe im Allgemeinen und den Tischtenniskreis Lippe im Speziellen. Die Autoren haben die Geschichte des Tischtennis in Lippe seit der Gründung der BRD erforscht und mit diesem Buch sehr detailliert geschildert. 

Die Dokumentation ist nicht nur ein Werk über Sportgeschichte, es lassen sich auch sozialgeschichtlich einige Erkenntnisse ziehen: Wie war das (Freizeit-)Leben in Lippe im Nachkriegsdeutschland oder wie kam das Wirtschaftswunder dem Breitensport zu Gute? Wen diese Fragen interessieren – im Buch über die Entwicklung des Tischtenniskreises Lippe kann er/sie eine Antwort finden. 

Daneben gibt es noch einen großen Statistikteil mit Ligen- und Pokalergebnissen der untersuchten 50 Jahre. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7533 in der Dienstbibliothek.

Gerald Kreucher: Karten und Pläne im Archiv

Mit Karten und Plänen kommen wir nicht nur im Alltag häufig in Kontakt. Auch in den öffentlichen Archiven wird eine große Vielfalt verschiedener Typen aus mehreren Jahrhunderten verwahrt, die als Einzelstücke, als Bestandteile von Akten oder in Form ganzer Plankammern in die Archive gelangt sind. Ihre Komplexität lässt viele Menschen vor einer Benutzung zurückschrecken.

Diese Broschüre stellt die wichtigsten in Archiven vorkommenden Arten vor, erläutert ihre Besonderheiten und Nutzungsmöglichkeiten. Auch die Geschichte der Kartografie, die Übernahme, Erschließung, und Lagerung von Karten und Plänen in Archiven sowie die Recherche werden in Form einer ersten Einführung an Hand von farbigen Beispielen erläutert.  

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5828 in der Dienstbibliothek.

Cornelia Kneppe: Landwehren

Landwehren als spätmittelalterliche Wehranlagen, deren Relikte heute noch die Landschaft vor allem in Westfalen prägen, waren im Mai 2012 Thema einer archäologisch-historischen Fachtagung der Altertumskommission für Westfalen. In dieser Publikation finden sich die Tagungsbeiträge, aber auch zahlreiche weitere Aufsätze zu entsprechenden Anlagen in Niedersachsen, Hessen und im Rheinland sowie zu namenskundlichen Phänomenen. 

Entstanden ist ein Kompendium, das die wesentlichen Merkmale von Landwehren darstellt und gleichzeitig auf ihre Funktion und Bedeutung zu ihrer Bebauungszeit und bei der späteren Nutzung eingeht. Herausgeberin Cornelia Kneppe, selbst ausgewiesene Expertin zum Thema „Landwehren", hat die unterschiedlichen Ansätze von 21 Historikern, Archäologen und Sprachforschern gebündelt und dafür gesorgt, dass sämtliche Aspekte der Landwehrenforschung in grundlegender Art und Weise vorgestellt werden. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7484 in der Dienstbibliothek. 

Bitte beachten Sie auch den ausführlichen Artikel zu dieser Publikation hier.

Gerhard Kroos: Cronik des Posaunenchores Lemgo

Die Chronik des Posaunenchores Lemgo zeichnet ein eindrückliches Bild der Entstehung der Posaunenchöre in Lemgo im Zuge der Erweckungsbewegung. Gerhard Kroos, der seine Ergebnisse aus jahrelangen Archivrecherchen zieht, beschreibt als erstes die Gründungen der vier Lemgoer Posaunenchöre: Posaunenchor der Neuen Evangelischen Gemeinde, Posaunenverein der Gemeinde St. Marien, Lutherischer Posaunenchor I und Reformierter Posaunenchor II. Diese vier Chöre gründeten sich sämtlich Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach und nach lösten sie sich auf oder verschmolzen miteinander, sodass in der heutigen Zeit nur noch DER Posaunenchor Lemgo übrig ist. 

Für jeden lokal- oder kirchengeschichtlich interessierten Menschen bietet das Büchlein interessante Einblicke zur lippischen Erweckungsbewegung und natürlich besonders zur Geschichte der Posaunenchöre in Lemgo.

Das Buch ist online verfügbar unter www.posaunenchor-lemgo.de/chronik.html.

Außerdem befindet es sich unter der Signatur 5746 in der Dienstbibliothek.

Hans-Gerd Schmidt: Die 68er-Bewegung in der Provinz

Die 68er-Bewegung in der Provinz. Vom Rock 'n' Roll und Beat bis zur Gründung der Grünen in Lippe. Noch ein Buch über „68"?? Ist nicht längst alles und vielleicht viel zu oft gesagt? Der Detmolder Lehrer und Historiker Hans-Gerd Schmidt legt nach sechsjähriger Forschungsarbeit ein 504-seitiges Werk über eine wissenschaftlich fast unbekannte Facette dieser rebellischen Bewegungen vor, die mit dem Kürzel „die 68er" zusammengefasst werden. Er richtet den Blick nicht auf die „Studentenbewegung" in Berlin oder Frankfurt, sondern auf die lippische Provinz. Erstmalig wird dieser Teil unserer Regionalgeschichte wissenschaftlich vermessen: Auf Grundlage von 190 Zeitzeugen-Interviews, 400 Fotos sowie zahlreichen anderen Quellen und Dokumenten bietet seine Arbeit tiefe Einblicke in die lippische Protestgeschichte der 60er und 70er Jahre. „Die Provinz war Laboratorium und Werkstatt", so Schmidt, „hier wurde ausprobiert, was man mit den neuen Ideen, die da kamen, machen kann". So in experimentellen Handlungsfeldern von (Land-)Kommunen, Jugendzentrumsbewegung und Rockmusik, die noch im Scheitern inspirierende Langzeitwirkungen zeitigen...

Für Lemgoer besonders interessant sind z.B. die Informationen über den Studentenclub oder die Gründung des Grünen-Ortsvereins. Wer in die Zeit nach 1968 in Lippe eintauchen will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5827 in der Dienstbibliothek.

Johannes Dillinger: Kinder im Hexenprozess

In zahlreichen Hexenprozessen standen Kinder im Mittelpunkt – als Angeklagte und als Zeugen der Anklage. Kinder wurden wegen Hexerei hingerichtet oder brachten selbst Erwachsene in Hexereiverdacht. Johannes Dillinger erklärt, wie Hexenprozesse mit Kindern im Zentrum entstanden und welche Rolle sie während der großen Hexenjagden spielten. Ausführlich geht er auf Fallbeispiele aus ganz verschiedenen Regionen ein. In Hexenprozessen traten Schulkinder, Pfarrerssöhne und Mädchen 'aus bestem Hause' ebenso auf wie vernachlässigte Waisen, Straßenkinder und minderjährige Kriminelle. 

Die Schilderung all ihrer Fälle fördert Details zu Tage, die heute grotesk anmuten. Dillinger ordnet die Geschichten in den historischen Kontext ein: Für ihn stehen die Kinder an der Schnittstelle von Erziehung und Magie. Ihre Geschichten zeigen die Wandlungen im Verhältnis von Kindern, Eltern und Schule. Zugleich fügen sie sich ein in eine umfassende Weltsicht, für die die Wirksamkeit von Zauber, die Existenz des Teufels und vieler Geister selbstverständlich war.  

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5753 in der Dienstbibliothek. 

Sehen sie auch die Rezension zu diesem Buch hier.

Zeitenwende. Aspekte der westfälischen Fotografie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert

Im Mittelpunkt dieses Bildbands steht Westfalens Abschied von der Vergangenheit und der Beginn der Moderne, wie er sich um 1900 vollzog und damals von neugierigen Kameras aufgezeichnet wurde. Am Beispiel einer besonders dichten, reichhaltigen und auch biografisch gut nachvollziehbaren Bildüberlieferung wird dieser Prozess hier genauer beleuchtet.

In dem 1884 in Harsewinkel gegründeten Fotoatelier Jäger haben über mehr als 100 Jahre lang vier Generationen eindrucksvolle Bilder der unmittelbaren Heimat geliefert, die die „Zeitenwende“ bezeugen.

Paradigmatisch lässt sich aufgrund einer gesicherten Überlieferung die technische, wirtschaftliche und ästhetische Geschichte des fotografischen Gewerbes im ländlichen Westfalen skizzieren. 

Eine einzigartige Gelegenheit, orts- und landesgeschichtliche Aspekte der noch zu schreibenden Geschichte der Fotografie in Westfalen zueinander in Beziehung zu setzen und auszudeuten. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7480 in der Dienstbibliothek.

Wilhelm Blase: Vom Fernmeldewesen in Detmold, Lemgo und Umgebung

In dieser Dokumentation wird die Entstehung und Entwicklung des elektrischen Fernmeldewesens, i.e. der Telekommunikation, im Raum detmold und Lemgo vorgestellt. Sie umfasst den Zeitraum vom 15. September 1863, der Einrichtung der ersten Telegrafenstation in Detmold, bis zum 1. Januar 1995, an dem aus dem Fernmeldewesen der Deutschen Bundespost die Deutsche Telekom AG wurde. 

Rund 130 Jahre lang sind der Handel, die Industrie und die Bürgerinnen und Bürger dieses Raumes durch die Reichs- und Bundespost mit Fernmeldedienstleistungen versorgt worden. Nicht immer so schnell wie von manchen Antragsstellern erwartet; aber zuverlässig und kompetent. Nicht vordringlich an betriebswirtschaftlichem Ergebnis ausgerichtet, sondern als öffentlich-rechtliche Institute dem Gemeinwohl verpflichtet, wurde in diesem Raum eine flächendeckende Infrastruktur bereitgestellt. 

Das 800-seitige Kompendium von Wilhelm Blase bietet mannigfaltige Informationen über die Geschichte der Telekommunikation im Großraum Lemgo. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7522 in der Dienstbibliothek.

"Es waren doch unsere Nachbarn!" Deportationen in OWL 1941-1945

Der Sammelband, herausgegeben von Jupp Asdonk, Dagmar Buchwald, Lutz Havemann, Uwe Horst und Bernd J. Wagner, will Grundlagen für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust bereitstellen, umfassende Informationen zum lokalen und regionalen Geschehen um die Deportationen bieten, Anregungen und Beispiele geben für die Formen der Erinnerung an die Opfer und so Kenntnisse und Argumente für die zukünftige Gestaltung unserer Gesellschaft vermitteln. Der Band bietet dazu vier unterschiedliche Zugänge:

Teil 1 gibt einen Überblick über die vom NS-Regime schrittweise verschärfte Politik der Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Teil 2 bietet eine detaillierte Darstellung der zehn Deportationen, die ihren Ausgang von Bielefeld nahmen, und fragt, wie die wenigen Überlebenden ihre Rückkehr erlebt haben.
Teil 3 berichtet über die juristische, politische und erinnerungskulturelle Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, über die Problematik der „Wiedergutmachung“, das Erinnerungsprojekt „Stolpersteine“ und das Wiedererstehen jüdischen Lebens in Ostwestfalen.
Teil 4 gibt didaktische und methodische Hinweise für die unterrichtliche Umsetzung des Themas und stellt Unterrichtsbeispiele aus verschiedenen Schulen und Fächern vor.
Die Informationen, Anregungen und Unterrichtsbeispiele wollen dazu beitragen, erstarrte Formen des Erinnerns und Gedenkens aufzubrechen und so Perspektiven reflektierten Umgangs mit unserer Vergangenheit und engagierten Handelns in einer demokratischen Gesellschaft eröffnen. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7523 in der Benutzerbibliothek.

Stefan Thäle: Herrschertod und Herrscherwechsel

Ist mit der oft kolportierten Bekanntmachungsformel des französischen Thronwechsels ‚ der König ist tot, es lebe der König’ nicht schon alles gesagt? Handelte es sich bei der Herrschernachfolge nicht um einen durch Gesetze und Traditionen bestimmten Vorgang, der sich in der Kürze und Einfachheit des zitierten Satzes vollzog? 

Das Beispiel Lippe lässt daran zweifeln: Der Erbgraf bleibt der Testamentseröffnung des Landesherren fern, Verwandte griffen die territoriale Integrität der Grafschaft an, die Trauerfeierlichkeiten begleiteten gleich mehrere Eklats und gipfelten in der Regentschaft der Grafenwitwe, die per Vertrag davon ausgeschlossen war. Das führt zur Frage, welche Mittel und Strategien den Akteuren zur Verfügung standen, um einen Platz auf dem Thron zu erhalten und Herrschaft faktisch zu erlangen, zu sichern und auszuüben. 

Der Blickpunkt der Studie richtet sich auf die Verfahrensweisen der politischen Kommunikation und ihren Wandel. Herrscherwechsel markierten die Bruchstellen von Herrschaft. Sie waren Phasen von verdichteter Kommunikation, in denen den Akteuren ein vielfältiges Set an kommunkativen Maßnahmen zur Verfügung stand. Die Studie untersucht den Herrscherwechsel als ein kommunikatives Verfahren, in dem und durch das der politische Raum neu verhandelt wurde. 

Die Leistung des Buches liegt darin, neuere Theorien der Geschichtswissenschaft für einen interessanten und überzeugenden Zugang zum Verständnis der historischen Ereignisse von 1734 und 1782 in Lippe nutzbar zu machen. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5760 in der Benutzerbibliothek.

Jürgen Büschenfeld und Bärbel Sunderbrink (Hg.): Bielefeld und die Welt

Eine Stadt entwickelt sich nicht allein aus sich heraus. Ihre Bewohner kommen und gehen, ihre Architektur folgt Moden, ihre Wirtschaft schwankt mit der Konjunktur, ihre Verwaltung ist eingebettet in übergeordnete Herrschaftsstrukturen. Doch ein Gemeinwesen wird nicht nur von außen bestimmt. Es kann durch seine Menschen, seine Produkte, seine Kultur auch wieder über die engen Grenzen hinauswirken. Das Buch zu »800 Jahre Bielefeld« hat die Wechselwirkungen der Stadt mit »der Welt« zum Thema. Es geht um Prägungen von außen und um Impulse, die die Stadt »in die Welt« sendet. Bielefeld ist heute ein Ort mit einer multikulturellen Einwohnerschaft, global agierenden Unternehmen und einem breiten Bildungs- und Kulturangebot. An zentralen Themen der Stadtgeschichte zeigt das Buch, wie Bielefeld zu dem werden konnte, was es heute ist. 

Knapp drei Jahre haben die vielen Autoren an den einzelnen Kapiteln gearbeitet. In ihnen geht es zum Beispiel um die Menschen der Stadt, die als Flüchtlinge hergekommen sind, um Handelsbeziehungen und Herrschaftsstrukturen, um Ökonomie, Ressourcen der Stadt und die Vielfalt der Kulturkontakte. Und dies nicht nur aus historischer Perspektive, sondern stets mit Blick auf die aktuelle Situation. Begleitband zum 800-jährigen Stadtjubiläum mit vielen spannenden Aufsätzen lokalgeschichtlicher Art. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7479 in der Benutzerbibliothek.

Heinz-Jürgen Priamus: Meyer

Alfred Meyer zählte zu den Multifunktionären der NSDAP aus der zweiten bzw. dritten Reihe der Parteigrößen. Er war gleichzeitig Gauleiter, Reichsstatthalter, Oberpräsident und stellvertretender Reichsostminister. Als solcher nahm er an der berüchtigten Wannsee-Konferenz vom Januar 1942 teil und war mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Juden in Europa. 

Und doch blieb Meyer ein weitgehend Unbekannter – in der Fachwelt, erst recht aber in der breiten Öffentlichkeit. Ist dies allein auf die Tatsache zurückzuführen, dass er seinem Leben selbst ein Ende setzte und damit einer Bestrafung durch das Internationale Militärtribunal in Nürnberg entging, welches ihn sicherlich wie seinen unmittelbaren Vorgesetzten, den Reichsostminister und »Parteiideologen« Alfred Rosenberg zum Tode durch den Strang verurteilt hätte?  

War er, der er den urdeutschen Namen Meyer trug, als Person einfach zu langweilig, langweiliger als der Chef der Parteikanzlei Martin Bormann, langweiliger als der »Organisator des Holocaust« Adolf Eichmann, langweiliger als der Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz Rudolf Höß oder langweiliger als der KZ-Arzt Josef Mengele, um das Interesse der Öffentlichkeit und der Historiker zu wecken? Ist das fehlende Interesse an Alfred Meyer darauf zurückzuführen, dass schon seit den frühen 1950er Jahren das »Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete« als überflüssiges Ministerium mit kaum vorhandenen Kompetenzen abgestempelt wurde? 

Heinz-Jürgen Priamus präsentiert in seinem voluminösen Werk eine Fülle von Informationen. Seine Relevanz bekommt die Studie durch den Nachvollzug, wie Meyer sich im Zuge seines sukzessiven Aufstiegs freiwillig und selbstverständlich zunehmend in die Rolle des Täters begeben hat. Für Lipper ist das Werk besonders interessant, weil Alfred Meyer von 1930 bis 1945 Gauleiter Westfalen-Nord und von 1933 bis 1945 auch Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg-Lippe und somit quasi oberster Landesherr war. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5750 in der Benutzerbibliothek.

Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde (Band 83, 2014)

Der diesjährige Themenschwerpunkt der Lippischen Mitteilungen beschäftigt sich mit „Landwehren und Feldmarken in Lippe“ und schließt damit an aktuelle Forschungen zur westfälischen Geschichte an.
Ulrich Meier untersucht die Blomberger Landwehr und führt in das Thema ein. Im Anschluss analysiert Monika Jäger-Haffner die spannenden Konflikte in der von der Landwehr umgebenen Blomberger Feldmark. Hermann Hentschel und Willy Gerking legen eine aktuelle Bestandsaufnahme der Landwehren von Lemgo und Lügde vor.

Für Lemgoer am interessantesten ist natürlich der Beitrag von Hermann Hentschel, der gerade den Verlauf der alten Landwehr sehr akribisch nachzuzeichnen versucht. Einen weiteren Schwerpunkt seines Aufsatzes bildet der allmähliche Verfall der Lemgoer Landwehr spätestens ab dem Dreißigjährigen Krieg.

In bestem Sinne interdisziplinär wird der historische Schwerpunkt anschließend durch zwei naturwissenschaftliche Beiträge vertieft. Tom Steinlein und Max Lendzian untersuchen, warum Hainbuche und Weißdorn den Bewuchs der vormodernen Landwehren prägten. Lena Reich, Frederike Stapela und Tom Steinlein beschäftigen sich an 29 ausgewählten Standorten mit den Baumbeständen auf der Lemgoer Landwehr.

Der allgemeine Teil vereinigt Beiträge zur lippischen Geschichte vom 12. bis in das 20. Jahrhundert hinein. Die Beiträge handeln vom ausgefallenen Sommer 1816 in Ostwestfalen und Lippe, der hohen Sterblichkeit in Eben-Ezer zwischen 1910 und 1923 und der Analyse der Situation in Detmold im Sommer 1914. 

Die Reihe der Lippischen Mitteilungen befindet sich unter der Signatur 9089 in der Benutzerbibliothek.

Manuela Kramp: St. Nicolai in Lemgo. Bau- und Entstehungsgeschichte

Manuela Kramp: St. Nicolai in Lemgo. Bau- und Entstehungsgeschichte

Die Nicolaikirche in Lemgo, mit den beiden unterschiedlichen Kirchtürmen, den „ungleichen Brüdern“, gehört zu den bedeutenden Baudenkmälern Westfalens. Das Kirchengebäude blieb in seiner Vergangenheit von großen Katastrophen verschont, dennoch mussten immer wieder umfangreiche Sanierungsarbeiten Innen und Außen ausgeführt werden. 2006 wurde Frau Manuela Kramp, als Spezialistin für Baudenkmäler, von der Kirchengemeinde mit der bautechnischen und statischen Sanierung des Kirchengebäudes beauftragt. Schnell wurde klar, dass die bevorstehende Sanierung nicht nur eine Auffrischung des Innenraumes, sondern eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme bedeuten musste… 

Manuela Kramp nutzte die durch die Sanierungsarbeiten entstandenen Kenntnisse über St. Nicolai, um über die Bau- und Entstehungsgeschichte der Kirche eine Dissertation zu verfassen, die 2013 an der Weimarer  Bauhaus-Universität angenommen wurde. Im vorliegenden Werk beschreibt die Autorin akribisch und sehr genau die Entstehungeschichte der Kirche mit den einzelnen Bauphasen und zusätzlich die aktuelle Reparaturgeschichte. Einen großen Fundus für Entdeckungen bietet der große Anhang, der viele Karten zu verschiedenen Phasen der Baugeschichte von St. Nicolai bietet. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7473 in der Archivbibliothek.

Willy Gerking: Alte und neue Straßen in Ostlippe

Willy Gerking: Alte und neue Straßen in Ostlippe

(Siedlung und Landschaft in Westfalen, Band 39)

Bei der Publikation von Willy Gerking handelt es sich um eine umfassende Arbeit über das alte Verkehrswegenetz in Ostlippe seit 1813 und seine Transformation in das heutige Straßennetz. Der Autor entdeckte erstaunlich viele Spuren alter und ältester Wege, die heute zu einem großen Teil unter Wald liegen. Er nähert sich dem Thema einerseits geographisch-archäologisch und andererseits historisch, sodass er eine Vielzahl von Erkenntnissen präsentieren kann. 

Neben der Rekonstruktion von alten Wegenetzen in Ostlippe gelingt es Gerking sehr anschaulich, die Erschwernisse des Reisens und der Instandhaltung der notwendigen Wegetrassen nachzuzeichnen. 

Das Buch beinhaltet zahlreiche historische Karten und über hundert farbige Abbildungen, die die Verläufe und das Aussehen alter Wege zeigen und rekonstruieren. GPS-generierte Wegedaten zeigen auf der Grundlage neuer Karten die alten Wegeverläufe auf und laden zum (Nach-)Wandern ein. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 7481 in der Archivbibliothek.

Felix Brahm & Bettina Brockmeyer (Hrsgg.): Koloniale Spurensuche in Bielefeld und Umgebung

Felix Brahm & Bettina Brockmeyer (Hrsgg.): Koloniale Spurensuche in Bielefeld und Umgebung

Afrikanische Waffen auf der Sparrenburg und ein Diamantfeld in der "Ressource". Ein Bielefelder, der im Kolonialkrieg in Deutsch-Südwestafrika starb. Ein Lemgoer Arzt, der im 17. Jahrhundert zum Japanforscher wurde. Ostafrikanische Kinder, die am Ende des 19. Jahrhunderts nach Bethel gelangten. 

Masterstudierende und Promovierende der Universität Bielefeld haben sich auf die Suche nach Spuren einer kolonialen Vergangenheit in Bielefeld und Umgebung gemacht. Die unerwarteten Fundorte zeugen davon, dass die heutige Region Ostwestfalen-Lippe schon lange in globalen Beziehungen stand und dass der Kolonialismus auch vor Ort eine Rolle spielte. 

Der Band Koloniale Spurensuche in Bielefeld und Umgebung entstand aus einem Seminar an der Fakultät für Geschichte der Bielefelder Universität. Die mit historischen und aktuellen Abbildungen illustrierten Texte stammen aus der Feder von Studierenden und Promovierenden und das besondere Layout des Bandes verantwortete Johannes Nathow, Student an der Bielefelder Fachhochschule für Gestaltung. 

Der Beitrag unserer Archivmitarbeiterin Laureen Filla über den Lemgoer Arzt und Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer beschäftigt sich neben dem Leben Kaempfers auch mit der Rezeptionsgeschichte. 

Das Buch befindet sich unter der Signatur 5724 in der Archivbibliothek.

Hans-Jörg Riechert: Lipper im Ersten Weltkrieg

Hansjörg Riechert: Lipper im Ersten Weltkrieg

Als zu Beginn des Ersten Weltkrieges mehrheitlich aus Lippern zusammengesetzte Einheiten den Gegner frontal angriffen, erlebten sie binnen eines Augenblicks die tödliche Wucht eines neuen technisch geprägten Krieges. Den Soldaten schlug eine noch nie dagewesene vernichtende Feuerkraft entgegen. Meist verwandelten sich die Angriffszonen für den Angreifer in kürzester Zeit zu Todeszonen. 

Lipper kämpften an allen Landfronten des Ersten Weltkrieges, aber auch in der neuen Kaiserlichen Fliegertruppe und in der Marine. Bei Kriegsende sahen viele von ihnen ihre Heimat nicht wieder oder waren körperlich und seelisch schwer gezeichnet. 

Das Buch zur gleichnamigen Ausstellung beschreibt die Entstehung des Krieges sowie die Entscheidungen, die zu mörderischen Landschlachten führten. Es skizziert die Lebensumstände der Lipper an den Fronten. Es beleuchtet die Entwicklung zum technik- und taktikerprobten Individualkrieger am Beispiel westfälischer Regimenter mit Soldaten aus Lippe. 

Die Publikation enthält über 100 weitgehend unbekannte Fotos aus dem Ersten Weltkrieg.

 

 

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