Logo mit Schriftzug Alte Hansestadt Lemgo

07 Schulen

Das Stadtarchiv Lemgo übernimmt auch die Überlieferung der ehemaligen städtischen Schulen und der Schulen in städtischer Trägerschaft. Die Bestände enthalten teilweise auch die Überlieferung der Nachfolgeschule, insbesondere beim Übergang der Volksschulen zu den Grund- und Hauptschulen.

Die (städtische) Überlieferung der älteren Schulbestände (Lateinschule/Gymnasium vor der Verstaatlichung 1889, Bürgerschule v.a. im 19. Jhd., Töchterschule - Lyzeum) finden Sie im Bestand 01.01.01 A - Stadt Lemgo bis 1932 unter dem Klassifikationspunkt "A 2.05 Schulen".

Für den Zeitraum von 1889 (Verstaatlichung) bis 1974 (Rekommunalisierung) befinden sich die Schulunterlagen des Gymnasiums bzw. Engelbert-Kaempfer-Gymnasium im Landesarchiv NRW, Abt. OWL in Detmold Bestand D 9 Lemgo 1. Enthalten sind u. a.: Konferenzprotokolle (1869 - 1964 mit Lücken), Berichte an die vorgesetzte Behörde (1874 - 1927 mit Lücken), ein Schülerverzeichnis (1891 - 1910), Personalbögen A - Z (1905 - 1934), Abgangszeugnisse (1869 - 1923), Reifeprüfungen (1871 - 1922), Schulchronik (1934 - 1953, 1958). Eine Kopie des Findbuches befindet sich im Stadtarchiv. In Teilen befinden sich die Unterlagen auch noch im Schularchiv des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums. Für die Zeit nach 1974 sind alle Unterlagen noch dort.

In den ehemals eigenständigen Ortsteilen bestanden bis zur Eingemeindung 1969/70 sog. Volksschulen (siehe dazu auch die nachfolgenden Ausführungen). Teilweise finden sich die Unterlagen dieser Volksschulen nicht nur in den Schulbeständen, sondern auch in den den Gemeindebeständen H,  teilweise auch noch aus der Zeit vor Auflösung der Schulgemeinden und deren Übergang an den kommunalen Schulträger 1937  (so in H 3 / Entrup; H 8 / Matorf-Kirchheide; H 12 / Wahmbeck(erheide) und H 13 / Voßheide).


Volksschulen und Schulgemeinden in Lippe - ein Überblick

Volksschulen ("teutsche Schulen" im Gegensatz zu den Lateinschulen), die der Bildung des einfachen Volkes dienen sollten, sind ein Ergebnis der Reformation. Katechismus, Kirchengesang und Gebete sollten in diesen Schulen vermittelt werden. Diese Vermittlungsaufgabe oblag nicht nur dem örtlichen Pfarrer, sondern auch dem zuständigen Küster oder Kantor der Kirchengemeinde (deshalb auch Küster- oder Kantorschule). Anfangs erfolgte der Unterricht nur am Sonntag (deshalb auch Sonntagsschule). Rechtliche Regelungen dieser frühen Form des Volksschulwesens waren in den Lippischen Kirchenordnungen von 1538 und 1571 enthalten.

Mit der lippischen Kirchenordnung von 1684 wurde der Schwerpunkt von der kirchlichen Unterweisung hin zum allgemeinen Volksbildungsziel verschoben. In allen Kirchspielen (Pfarreien) sollten nun deutsche Schulen auf den Küstereien eingerichtet werden. Die Lehrer, als gräfliche Beamte, unterstanden der Oberaufsicht von Konsistorium (Kirchen- und Schulbehörde) und Superintendentur. Erst 1914 (Beschluss dazu bereits 1849 gefasst) wurde eine eigene "Oberschulbehörde" geschaffen und das Konsistorium alleine auf kirchliche Angelegenheiten beschränkt.

Ursprünglich waren die Kirchengemeinden Schulträger und die Pastoren als Ortschulinspektoren Vorgesetzte der Lehrer. Diese wiederrum waren fast immer als Küster und Kantoren Bedienstete der Kirchengemeinden, zumal das Lehrergehalt nicht gerade üppig bemessen war. Schulgebäude, Lehrerwohnung und das Grundstück waren häufig im Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinde. 

Mit Erlass des Gesetzes für die lippischen Volksschulen vom 11. Dezember 1849 wurden die Volksschulen der staatlichen Oberaufsicht unterstellt und die Lehrer den übrigen Staatsdienern gleichgestellt. Die Volksschulen in den jeweiligen Schulgemeinden waren nun verpflichtende Regelschulen für alle schulpflichtigen Kinder innerhalb des Schulbezirkes.

Von 1849 (Trennung zwischen Kirchen- und Schulgemeinden) bis 1937 (Kommunalisierung) bestanden in Lippe selbständige Schulgemeinden, die von den politischen Gemeinden unabhängig und mit eigenem Schulsteuer-Heberecht ausgestattet waren. Sie wurden  von einem Schulvorstand und einem Schulgemeindeausschuß geleitet. Während der Schulgemeindeausschuß (1895) als parlamentarisches Gremium der Schulgemeinde vor allem für Haushaltsfragen zuständig war, verwaltete der Schulvorstand die örtliche Schule. Er leitete den gesamten äußeren Schulbetrieb und führte die Aufsicht über die Lehrpersonen, Schüler, Schulräume, Lehr- und Lernmittel, Schulveranstaltungen und die Verwendung der Haushaltsmittel. Als ständige Vertreter gehörten dem Schulvorstand der zuständige Amtmann, der Ortspfarrer und der Schulleiter an. Dazu kamen als nichtständige Mitglieder Vertreter der Lehrer und der Elternschaft.

Mit dem Volksschulgesetz von 1914 wurde endgültige die geistige Ortsschulaufsicht beseitigt. Oberschulbehörde wurde die Fürstliche Regierung, Abteilung für Schulwesen. 1919/20 wurden die Vorschulen an den höheren Lehranstalten aufgehoben und den Volksschulen zugeordnet. Ein Übergang an eine höhere Lehranstalt war erst nach frühestens vier Jahren möglich (Grundschule).

1937 erfolgte die Auflösung der selbständigen Schulgemeinden. Schulträger wurden nun die politischen Gemeinden.

1968 Trennung der Volksschule in Grund- und Hauptschulen. Ende der Volksschule.

Stadtarchiv
Süsterhaus
Rampendal 20a
32657 Lemgo
stadtarchiv(at)lemgo.de

Stadtplan (Link)

Leitung:

Marcel Oeben
Tel. 0 52 61 - 21 34 13
Fax 0 52 61 - 21 31 61
m.oeben(at)lemgo.de

Mitarbeiter:

Marcel Abels
0 52 61 - 21 32 75
Fax 0 52 61 - 21 31 61
stadtarchiv(at)lemgo.de